Apell!!!

Meine Freundin, Schwester Ines Altner hat mir, die von ihr geschriebene Andacht für die Leser meiner Homapage geschenkt. Die Andacht und die Botschaft darin hat mich tief berührt. Zu Jesus darf jeder kommen, egal wie oder was er ist. Niemand muss sich verbiegen und überzogene Erwartungen erfüllen. Ihre Andacht ist für mich aber auch ein Apell für mehr Miteinander, mehr Mitmenschlichkeit und Zivilcourage. 

Meiner Freundin ist in ihrer Schulzeit auf  die schlimmste für mich vorstellbare Weise gemobbt worden. Aus Angst der / die Nächste zu sein, die verprügelt und verhöhnt wurde, hat kein anderes Kind gewagt ihr beizustehen.

Trotz allem hat es Ines geschafft nicht aufzugeben und ihre Träume mit Mut, Elan und Durchhaltevermögen  zu verwirklichen. Die Kraft hierfür kommt für sie von Gott und Jesus. Sie führt ein erfülltes Leben bei den Diakonissen in Elbingerode. Eine Lebensgemeinschaft, die sie fördert und in die sie sich mit Begeisterung einbringt.

Trotzdem es ihr gut geht, wird Ines auch heute noch oft von den Geistern der Vergangenheit heimgesucht. Dann ist sie traurig, vielleicht auch wütend und zutiefst verunsichtert und zweifelt am Sinn ihres Tuns.

Vielleicht berührt die Andacht meiner Freundin Dich genauso, wie sie mich berührt hat. Ich hoffe es jedenfalls. Vielleicht so sehr, dass Du nicht nur froh und gleichzeitig traurig bist ihre Geschichte zu kennen, sondern den Wunsch verspürst, sie zu trösten, aufzumuntern und Anerkennung für ihren Mut zu zollen. Darf ich DICH um den Gefallen bitten, Dir die Zeit zu nehmen einige Zeilen an Schwester Ines zu schreiben? Ihr vielleicht eine kleine Geschichte von DIR zu erzählen oder ihr beschreiben, wie ihre Andacht DEIN Leben verändert hat? Schwester Ines hat mir gesagt, dass sie sich sehr über Post von den Lesern ihrer Andacht freuen wird. Wenn DU Schwester Ines jedoch nicht schreiben möchtest, dann bitte ich Dich: Schenke Deinen Mitmenschen ein Lächeln, wie sie es jeden Tag tut. An den Reaktionen Deiner Mitmenschen wirst Du merken, dass dies in unserer Zeit viel Mut erfordert.

Da Schwester Ines keine eigene Homepage hat, hier ihre Anschrift:

Schwester Ines Altner, Unter den Birken 1 38875 Elbingerode

 

Schwester Ines Altner (Diakonisse in Elbingerode)

Andacht für den 27.06.2017 in Wurzen, Seniorenheim am Steinhof 15:00 Uhr

Psalm 23

Ein Psalm Davids

Der Herr ist mein Hirte

Der Herr ist mein Hirte mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zu frischem Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal fürchtete ich kein Unglück, denn du bist bei mir dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Der Herr ist mein Hirte mir wird nichts mangeln.

Wer ist der Herr?

Der Herr ist Gott. Jesus sagt von sich: Ich bin der gute Hirte. Ich lasse mein Leben für die Schafe. 

Ich habe den guten Hirten selber in meinem Leben erlebt. Er ist für uns alle der gute Hirte. Jeder darf zum guten Hirten kommen. Er verstößt niemanden. Egal, ob alt oder jung. Genau das abe ich erlebt.

Was macht einen guten Hirten aus?

Er sorgt für die Schafe. Er betreut sie. Er geht nicht weg bei Gefahr. Er geht den verlorenen nach. Er sorgt für die kranken.

Mangel!

äußerer Mangel: Hunger, Krankheit, Armut, Einsamkeit.

innerer Mangel: Sehnsucht nach Gott, nach Erquickung, nach Sinnerfüllung, nach Menschen, die uns verstehen.

Sicher hat jeder von uns Mangel erlebt, ob in Kriegszeiten, auf der Flucht, Nachkriegszeiten oder anderen Situationen.

Auch ich erlitt Mangel. Wegen einer zu spät erkannten Schilddrüsenerkrankung war ich in meiner Entwicklung zurück. Ein Arzt setzte sich dafür ein, dass ich mit gesunden Kindern zur Schule gehen konnte, um später einmal Abschlüsse nachholen zu können, was ich damals nicht schaffte. Da ich aber nicht so war wie andere Kinder wurde ich gehänselt, geschlagen und von Klassenfahrten ausgeschlossen.

Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zu frischem Wasser.

Die Schafe eines Hirten werden von ihm auf frisches Weideland gebracht und an frische Quellen. Wenn es nicht so ist werden die Schafe krank. Da sie aus verschmutzten Pfützen trinken, wo sie Krankheitserreger aufnehmen. Nur wenn sich die Schafe geborgen fühlen, können sie in Ruhe grasen und ruhen.

Als ich nun Außenseiter war und so verachtet wurde, war ich sehr traurig und fühlte mich verlassen. Ich suchte nach jemandem, der mich versteht und mir Hilfe gibt bei meinen Lernproblemen. Als ich nun den guten Hirten Jesus kennen und lieben lernte, da fand ich inneren Frieden, Hilfe und Geborgenheit.

Er erquicket meine Seele und führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Jesus fürfen wir alles fragen, bie ihm finden wir Frieden und Geborgenheit. Das gilt nicht nur für mich, sondern auch für Sie. Jesus kann und will auch Ihr guter Hirte sein. Ich hörte das erste Mal von Jesus, als ich so zwischen 10 und 11 Jahre als war. Als ich mal wieder so verlacht wurde und so traurig war, setzte ich mich an der Grundschule auf eine Bank. Neben mir saß eine ältere Frau mit einem Hund. Ich streichelte den Hund, da ich Tiere sehr lieb habe. Wie durch eine innere Stimme dazu aufgefordert, sprach ich sie an. Ich erzählte ihr alles, was mich quälte und mir das Herz schwer machte. Das Herz wurde mir leichter. Endlich war es raus, was so schwer auf mir lag.

Frau Blaschke, so hieß die Frau, redete beruhigend auf mich ein. Sie erzählte mir von Herrn Jesus und lud mich in die Gemeinschaft ein. Sie wurde meine Patentante. Ich ging dort zu den Kinder- und Jungendstunden. Ich fand Freundinnen, wie Ulrike Flämig und Bettina Reimann. Ich erfuhr dort viel Hilfe und lernte Jesus immer näher kennen.

Bei den Mathematikhausaufgaben half mir Herr Konrad Flämig und Bettina Reimann. Bettina Reimann hat mit mir auch gebastelt. Familie Flämig wohnte in der Gemeinschaft in Wurzen. Nach heute haben wir Kontakt, auch zu meiner Heimatgemeinde habe ich Kontakt.

Nachdem ich nun Jesus, den guten Hirten kenne, ist es mir, als ob er mich damals wie ein verletztes Schäfchen auf seinen Schultern, wie es auch Hirten tun, zu seiner Herde brachte und mich versorgte. Ich ließ mich 1990 taufen und konfirmieren, da ich gern mit Jesus und meinen Mitchristen auf einem Weg gehen möchte.

Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchtete ich kein Unglück, denn du bist bei mir. Dein Stecken und Stab trösten mich.

Bei uns Christen geht auch nicht immer alles glatt im Leben. Da gibt es auch Sorgen und Probleme. Wir gehen durch dunkle Täler hindurch, aber Jesus ist bei uns. Auch das habe ich erlebt. Als ich einmal sehr krank war und nicht ernst genommen wurde. Ich wechselte den Arzt und mir konnte geholfen werden. Sie kennen sicher auch dunkle Täler, wie Angst, Krankheit und Einsamkeit. Stecken und Stab sind Trost, Hilfe und Korrektur, wenn wir auf falschem Weg sind.

Du breitest mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.

Die Feinde der Schafe sind Fliegen und wilde Tiere. Der Tisch ist das Hochland, gute Weide und frische Quellen für die Schafe im Sommer. Unsere Feinde sind Ängste z. B. vor dem Tot, Krankheit, Neid, Eifersucht, Vergleichen und Sucht. Der gute Hirte, bereitet das Hochland vor, bevor er dann im Sommer mit seiner Herde hingeht. Er reinigt das Wasser, entfernt die Giftpflanzen. 

Jesus kam auf die Erde. Er wurde Mensch für uns. Er kannte Versuchung, Ängste, nicht verstanden werden, Ablehnung und Verspottung. Er starb am Kreuz für uns. Er ist wieder auferstanden und immer bei uns. Jesus, der alles selbst erlebt hat, als er Mensch war, kann uns am besten verstehen. Er wurde von einem seiner Jünger verraten und von einem anderen verleugnet. Wir dürfen ihm also alles sagen, auch wenn wir andere verletzt haben.

Ich kenne auch Neid und vergleichen. Das macht sehr bedrückt und traurig. Wenn ich dann auf Jesus schaue, werde ich wieder ganz froh. Weil ich mich erinnere, was er schon alles Gute in meinem Leben getan hat. Den Tisch bereiten ist für mich das Abendmahl und die gute Versorgung. Das Abendmahl ist symbolisch Christi Leib und Blut, also eine Oblate und Traubensaft. Durch Jesus erfahren wir Vergebung, wenn wir ihn darum bitten. Da ich selbst erfahren habe, wie gut es tut, wenn Gott mir vergeben hat auch andere, kann ich auch vergeben mit Gottes Hilfe, denen, die mir damals und auch heute weh getan haben oder tun.

Du salbst mein Haupt mit Öl und schenkst mir voll ein.

Das Haupt mit Öl salben ist für die Schafe zum Schutz vor Fliegen und sich selbst, wenn sie Zweikämpfe austragen, um dem Muttertier zu imponieren. Für uns sind es Segnungen, Gebete in schwierigen Situationen, Zusprüche und gute und seelsorgerische Gespräche.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Auch das erfahre ich immer wieder neu. Ich ging also mit Abschluss der 8. Klasse von der Schule ab und arbeitete als Küchenhilfe im Krankenhaus Wurzen. Dort lernte ich auch Inett und ihren guten Mann Stefan kennen. Noch heue haben wir Kontakt zueinander. Zuerst holte ich meinen Hauptschulabschluss auf der Abendschule nach. Da ich gern Jesus als Diakonisse dienen wollte, auch aus Dankbarkeit, was er Gutes in meinem Leben getan hat, bewarb ich mich in verschiedenen Mutterhäusern. Diakonissen lernte ich bei einer Kinderbibelfreizeit in Oberlungwitz kennen. Auf Anraten einer Oberin im Mutterhaus Aue, holte ich meinen Realschulabschluss nach. Ich fuhr jeden Tag in die Abendschule Leipzig, wie schon beim Hauptschulabschluss. Der Untericht war von 15:45 Uhr bis 21:30 Uhr. Ich bin froh, dass es auch von der Arbeit im Krankenhaus so möglich war. Auch bin ich dankbar für Gottes Kraft zum Durchhalten und seine Bewahrung und Schutz in dieser Zeit.

2005 trat ich dann in Elbingerode im Harz in die Schwesternschaft ein. Nach der Grundausbildung durfte ich eine zweijährige Ausbildung zur Sozialassistentin machen. Ich arbeite in der Hauswirtschaft, singe im Chor und gestalte Kindergottesdienste. Da ich schon immer ein Musikinstrument lernen wollte und es weder mit Gitarre oder Flöte wurde, erzählte mir Renate Flämig von der Veeh-Harfe. Sie lud mich nach Puschendorf ein, wo ich dann die Veeh-Harfe kennen und spielen lernte. Ich durfte verschiedene Kurse besuchen und spiele immer noch mit Begeisterung. Das ich eine eigene Veeh-Harfe besitze war dadurch möglich, dass meine frühere Kinderärztin Frau Dr. Junghans und auch einige Mitschwestern Geld schenkten, das ich mir die Veeh-Harfe leisten konnte. Auch dafür bin ich sehr dankbar. Ich habe noch drei Mitschwestern dafür begeistern können. Auch unsere Chorleiterin Schwester Gerda fördert uns sehr. Wir spielen regelmäßig bei uns im Seniorenzentrum, aller vierzehn Tage in der Kurzzeitpflege, vor Gästegruppen, Ausstellungseröffnungen und anderen Anlässen. Wir haben auch schon vor Patientengruppen gespielt. Da auch unser Gästehausleiter Herr Steinert davon begeistert ist, finden bei uns auch Veeh-Harfentage statt. Diese leitet Frau Appelt aus Colditz, die ich auch für die Veeh-Harfe begeistern konnte. Bei diesen Veeh-Harfentagen sind wir als Gruppe mit als Helfer im Einsatz.

Ja ich freue mich, dass Jesus mich gebrauchen kann in seinem Dienst und ich ihn, den guten Hirten in der Ewigkeit schauen darf.

Ja, Freude bereiten tut gut, denn die Freude kehrt ins eigene Herz zurück. Gott hat uns allen Begabungen geschenkt, damit können wir anderen Freude bereiten, auch Sie.

 

Unter www.mutterhaus-elbingerode.de gibt es interessante Informationen über die Schwestern im Mutterhaus Elbingerode / Harz.