Der Schwur

Dieses Scherzgedicht hat meine mir Oma aufgesagt und als Kind fand ich es sehr lustig. Ich weiß nicht von wem es geschrieben wurde. Vielleicht hat sie es sich selbst ausgedacht, aber wenn nicht hat sie vergessen mir den Autor zu nennen. Vielleicht kennt ja jemand das Gedicht und auch denjenigen, von dem es stammt.

 

 Der Schwur

 

Es ist finstere, stockfinstere Nacht.

Oh, wie es donnert und blitzet und kracht.

Aus der Stadt ein einsamer Wanderer naht.

Er ist verbittert und weiß keinen Rat.

Er läuft und läuft und wendet sich nicht,

obwohl ihm der Regen rinnt übers Gesicht

und seine Spur bis zum Rand mit Wasser füllt.

Tief geduckt, in seinen Mantel gehüllt,

schleicht er fast mehr, als er geht.

Nun scheint es fast, als ob er steht.

Der Mond schaut bleich diesem Treiben zu,

und das Unwetter gibt keine Ruh.

Der Wind sein schauerlich’ Lied dazu weht

Und der Wanderer schimpft, flucht, bittet und fleht.

Da, horch! Es schlägt zwölf von der nahen Uhr

Und der Wanderer hebt die Hand zum Schwur.

„Nie wieder! Hört es ihr Wolken, ihr Stürme!

Nie wieder! Hört es ihr Kirchentürme!“

Er brüllt es hinein in des Sturmes Gebraus

„Nie wieder! Nie wieder geh ich ohne Regenschirm aus!“

 

 

 

 

 

 


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