Hänschen klein

HÄNSCHEN KLEIN

Diesem Angeber werde ich es zeigen, dachte Lukas. Unternehmungslustig sprang er die Treppen hinunter, immer mehrere Stufen auf einmal nehmend. Als er hörte, wie oben in der dritten Etage die Wohnungstür zufiel hatte er den Eingang schon fast erreicht. Hitze schlug ihm entgegen und die Sonne blendete ihn. Lukas merkte plötzlich, dass er einen Riesendurst hatte. Bevor er zu seiner Weltreise aufbrach musste er sich also unbedingt etwas zu trinken kaufen. Bei diesem Gedanken stelle er fest, dass er vergessen hatte Geld aus seiner Sparbüchse zu nehmen. So ein Pech, aus seinem Sparschwein hatte er unbedingt einige Münzen herausschütteln wollen. Wenn Mutti ihn einkaufen schickte gab sie ihm immer Geld mit. Sicher würde sie schimpfen, wenn sie wüsste, dass er statt in seinem Zimmer zu spielen hier draußen herumlief, aber er hatte entschieden, dass er Franz endlich beweisen würde, dass der nicht der Einzige war, der in der Welt herumkam.
Vor einigen Minuten hatte die Nachbarin geklingelt. Irgendetwas war passiert, ihre Stimme hatte aufgeregt geklungen und Mutti war kurz in sein Zimmer gekommen um ihm zu sagen, dass sie mit zu ihr hinüber gehen würde und er ein paar Minuten allein weiter spielen sollte. Bald hatte er sich gelangweilt und als er überlegte, wie schön es wäre, wenn er jetzt mit seinem Freund Franz Autorennen spielen könnte, fiel ihm ein, dass dieser in letzter Zeit total nervte, weil er nur noch damit angab, wohin er mit seinen Eltern in den Urlaub gefahren war. Er war weit weg auf irgendeiner Insel gewesen, wo es schwarzen Sand geben sollte, und sie waren sogar geflogen dorthin! Wenn er Mutti fragte, wann sie denn in den Urlaub fahren würden, wurde sie immer still. Sie erklärte ihm dann, dass für einen Urlaub ihr Geld nicht reichte. Seine liebe Mama mit dem Goldhaar sah dabei immer ein bisschen traurig aus. Aber sie hatte gelächelt und ihn an ihren weichen Bauch gedrückt, als er gefragt hatte, ob sie denn arm seien und einfach nur gesagt: „Wir haben doch uns“. Dass das einander haben schöner, als ein Urlaub an einem schwarzen Strand sein sollte, konnte er zwar nicht verstehen, als aber Franz nicht aufhörte, mit seinen Inselerlebnissen zu prahlen, beschloss er irgendwann selbst auf Entdeckungsreise zu gehen - und heute war die beste Gelegenheit gewesen. Er hatte die Wohnungstür geöffnet um zu lauschen und als es still blieb im Treppenhaus, hatte er seine Schuhe angezogen und war losgeflitzt. Nun hatte er das Geld vergessen und sein Schlüssel hing auch noch am Haken im Flur.

„Hallo Lukas, wohin bist du denn so eilig unterwegs?“ riss ihn eine tiefe Stimme aus seinen Gedanken. Die Stimme gehörte zu Opa Friedrich, der mit seinem Hund Stromer Gassi ging. Eine Einkaufstasche in der einen, seinen Gehstock und die Hundeleine in der anderen Hand stand er vor Lukas und blickte lächelnd zu ihm hinunter. Lukas mochte Opa Friedrich sehr. Er hatte den alten Herrn von dem Tag an gern, an dem er mit einigen Jungen auf der Wiese hinter dem Haus Fußball gespielt hatte und einer von ihnen den Ball in dessen Fenster gekickt hatte. Als sie das Klirren des splitternden Glases hörten und das Loch im Fenster sahen waren alle seine Freunde geistesgegenwärtig davon geflitzt; nur Lukas nicht, der vor Schreck wie festgewurzelt stand. Deshalb war er auch der Einzige, den Herr Fröhlich furchtbar schimpfend, wie er sich ausdrückte am „Schlawittchen“ packte, um den eingeschüchterten Jungen die drei Stockwerke hoch zu dessen Mutter zu schleppen von der er wütend Schadenersatz für das eingeschlagene Fenster verlangte. Mutti schalt jedoch nicht, wie erwartet, sondern hatte in ihrer ruhigen Art die Angelegenheit geregelt und sogar das Kunststück fertig gebracht den aufgebrachten alten Mann bei einer Tasse Kaffee zu besänftigen. Richtig kleinlaut war dieser geworden, als er erfuhr, dass alle seine Freunde ausgebüxt waren und Lukas als Einziger stehen geblieben war. Sogar entschuldigt hatte Herr Fröhlich sich bei ihm und das hatte noch nie jemand getan. Seither waren sie Freunde, aus Herrn Fröhlich, war Opa Friedrich geworden und Lukas war gerne bei ihm in seiner gemütlichen Wohnung, trank dann Kakao aus einer großen Tasse, während sie Halma oder Mau Mau spielten oder Mensch ärgere dich nicht. Letzteres aber nur, wenn sie einen dritten Mittspieler hatten, zum Beispiel Frau Markgraf aus der Nachbarwohnung, „die Gräfin“, wie Opa Friedrich sie augenzwinkernd nannte.
„Ach ich bin gerade auf einer Weltreise.“ Die Worte waren Lukas entschlüpft, bevor er sich etwas anderes einfallen lassen konnte. Um seine Verlegenheit zu verbergen bückte er sich, um Stromer, den schwarz-weiß gefleckten kleinen Hund zu streicheln, der ihm nun die Hand abschleckte und vor Freude mit dem dünnen Schwanz wedelnd an seinem Bein hochsprang.
„Na, da hast du dir ja etwas sehr großes vorgenommen bei diesem heißen Wetter. Was willst du denn in der Welt anstellen? Wärst du nicht im Schwimmbad besser aufgehoben?“ Schmunzelnd griff Opa Fröhlich in seine Tasche und fischte einen Euro aus dieser hervor. „Da hast du, kauf dir ein Eis davon. Und nun tschüs du Weltenbummler.“ „Danke, Opa Friedrich!“ rief Lukas glücklich und dieser seufzte, als er ihn davonlaufen sah. Er kannte Lukas Mutter inzwischen sehr gut und wusste, dass sie den Jungen allein groß zog. Da blieb nicht viel übrig für Eis und baden gehen. Sicherlich hatte sie ihn wieder losgeschickt, irgendeine Kleinigkeit im Supermarkt zu kaufen. Lukas, der zwar erst fünf Jahre alt, aber ein aufgeweckter Junge war, tat solche Gänge gern, weil er dann das Gefühl hatte schon ein großer Junge zu sein und wer wollte ihm verübeln, dass er von einer großen Reise träumte?

Lukas lief eilig, den schokoladigen Geschmack des Eises, das er sich gleich kaufen würde schon auf der Zunge auf eine Ampel zu, damit er die Straße noch bei grün überqueren konnte, als er grob von hinten gepackt und herumgerissen wurde. Erschrocken blickte er in die drohenden Gesichter zweier großer Jungen von denen ihn einer schmerzhaft am Arm festhielt während der andere an seinem T-Shirt zerrte. „Los Derrer, gib die Kohle her!“ forderte der größere der beiden ihn auf. Lukas versuchte sich loszureißen und schrie „Ich habe doch gar kein Geld einstecken!“ „Lüge nicht, ich hab doch eben gesehen, dass der Alte dir Geld zugesteckt hat“ - und schon schlug ihm der kleinere, blonde ins Gesicht. Das tat weh! Tränen liefen Lukas die Wangen hinab, eine blieb an seiner Nase hängen, wo sie unerträglich kitzelte. Blindlinks trat er um sich und versuchte noch einmal sich zu befreien, aber das war ganz vergeblich, der größere Junge lockerte seinen Griff nicht, der andere schlug noch einmal zu und begann danach in den Taschen von Lukas Hose nach dem Geld zu suchen.


Lukas konnte noch nicht wissen, dass kein Autor, der etwas auf sich hält, zulässt, dass sein Akteur in letzter Sekunde ohne eigenes Zutun gerettet wird. Das wäre ja noch schöner und unerwartete Hilfe im allerletzten Moment ist deshalb verpönt, weil sie im wirklichen Leben so gut wie nie vorkommt, weshalb sich in allen anständigen Geschichten die Helden selbst helfen müssen.
Weil Lukas jedoch mit seinen fünf Jahren zwar wendig, jedoch noch nicht so stark, wie der gleichnamige Riese aus dem Geschichtenbuch ist, aus dem ihm seine Mutti manchmal abends vor dem Schlafengehen vorliest, muss in dieser ausweglosen Situation endlich etwas geschehen, weshalb nun doch der rettende Zufall ins Spiel kommt. „He Dennis, He Lenny, seit wann legt ihr euch mit Kleinkindern an?“ fragte eine melodische Frauenstimme und Lukas hörte seine Peiniger eilig davon laufen. Als er sich die Tränen aus den Augen wischte blickte er in das freundliche Gesicht einer jungen Frau. Sie hockte sich vor ihn und streichelte seine Wange. „Alles in Ordnung mit dir?“ Lukas wusste nicht was er sagen sollte, zu schnell war alles gegangen. „Wer bist du?“ verwundert sah er in die blendende Helle des Sommertages, sah langes gelocktes dunkelbraunes Haar und eine bunt gemusterte Bluse. „Ich bin die Lehrerin der beiden und offensichtlich gerade im richtigen Moment gekommen.“ „Eine Lehrerin?“ „Ja, ich bringe Kindern Lesen und Schreiben bei.“ „Macht dir das Spaß?“ „Manchmal ja, manchmal nein. Es gibt Kinder, die alles wissen wollen und andere, die den Unterricht stören. Geht es dir gut? Soll ich dich irgendwohin mitnehmen oder nach Hause bringen?“ „Waren das Schüler von Dir?“ „Ja und nicht gerade meine besten. Wie alt bist du und warum bist du nicht mit einem Erwachsenen unterwegs?“ Langsam besann Lukas sich. Zwar gefiel ihm die Lehrerin, aber es war besser, wenn er weiter lief - schließlich hatte er noch einiges vor heute und dazu kam er nicht mehr, wenn sie ihn jetzt schon nach Hause brachte. Die Gefahr war ja vorbei. „Ich bin fünf und gerade auf einer Weltreise“ erklärte er ihr stolz „und nächstes Jahr komme ich in die Schule. Vielleicht bringst du mir dann Lesen und Schreiben bei.“ Danach blickte Lukas sich um, sah, wie die Ampel gerade auf Grün umschaltete und verschwand, sich zwischen den anderen Fußgängern hindurch schlängelnd, ehe die verblüffte junge Frau noch etwas sagen oder tun konnte.

Oh, tut das gut, dachte Lukas, als der erste Schluck seiner eiskalten Cola die Kehle hinunter rann. Seine Mutti kaufte ihm nie welche, weil die gekühlte „braune Brühe“ so zuckrig ungesund für seine Zähne war. Aber seine Mutsch sah ihn zum Glück jetzt nicht. Etwas Kaltes brauchte er bei der Hitze aber und so hatte er auf das Schokoladeneis verzichtet, war an der Eisdiele vorbei gelaufen, wo sowieso viel zu viele Menschen Schlange standen, um sich im Kühlschrank des Supermarktes endlich mit dem ersehnten Getränk für seine Entdeckungstour auszurüsten. „Hallo, gibst du mir einen Schluck ab?“ fragte eine helle Stimme neben ihm. Das Mädchen, das einen Ball in den Händen hielt war größer als er, ihre Haare waren zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden und ihr rosa T-Shirt und die weißen kurzen Hosen waren ziemlich fleckig. Zögernd hielt Lukas ihr seine Flasche hin. „Danke“ sagte das Mädchen, als es getrunken hatte und die Flasche absetzte. „ Hast du Lust mit mir zu spielen?“ fragte es und setzte hinzu: „Allein ist es so langweilig. Die Jungs aus meiner Klasse wollen nichts mit mir zu tun haben, die denken, ein Mädchen kann nicht Fußball spielen. Aber ich werde ihnen schon zeigen, dass ich es genauso gut kann.“ „Aber …“ setzte Lukas an, „ich wollte doch ….“ Unglücklich sah er zu dem Mädchen hinüber, das ihn erwartungsvoll ansah. „Ich stelle mich ins Tor und du schießt mir den Ball zu.“ „Nun mach schon.“ drängte sie. Und während Lukas noch unschlüssig herumstand und nicht wusste, ob er nun endlich aufbrechen oder mitspielen sollte, flog der erste Ball haarscharf an seinem Kopf vorbei, prallte an die Mauer hinter ihm und sprang davon.
Da stellte er seine Flasche an die Mauer des Supermarktes und flitzte dem Ball nach, damit dieser nicht noch auf die Straße rollte. „Ich heiße Lukas“, rief er zu dem Mädchen hinüber, als er japsend mit dem Ball zurück kam. „Und ich heiße Helena“ rief sie zurück.
Lukas vergaß bald die Zeit und seinen Plan, sich die Welt anzuschauen. Er wechselte sich mit Helena ab, mal schoss sie die Bälle und er war Torwart und dann wieder versuchte er den Ball ins Tor zu kicken. Es dauerte nicht lange, da kamen noch mehr Kinder dazu, die mitspielen wollten und bald waren sie eine richtige Mannschaft. Lukas schwitze, holte seine Cola und ließ jedes der anderen Kinder einen Schluck davon trinken. Als die Flasche wieder zu ihm zurück kam, war nur noch ein kleiner Tropfen der kühlen Flüssigkeit darin, so sehr er die Pulle auch schüttelte, sie war und blieb so leer, wie sein Magen sich plötzlich anfühlte. Gerade wollte er die Flasche in den Papierkorb am Eingang des Supermarkts werfen, als er, oh Schreck, Frau Markgraf auf sich zukommen sah. „Hallo Lukas, schön dass ich dich hier sehe, ob du mir helfen könntest meine Einkaufstasche nach Hause zu tragen?“ So einen Wunsch konnte er „der Gräfin“ natürlich nicht abschlagen. Sie ließ ihm gerade noch Zeit den anderen Kindern zuzurufen, dass er jetzt heim gehen müsse, dann nahm er der alten Dame die Tasche ab und lief mit dieser dorthin zurück, woher er vorhin zu seiner Reise losgezogen war.

Lukas kickte wütend erst einen Stein und danach noch eine leere Zigarettenschachtel in den Rinnstein, denn nun hatte er nichts, was er seinem Freund entgegen halten konnte, wenn dieser wieder mit seiner Insel angab. Es war doch zu dumm! Konnte Frau Markgraf ihre Tasche nicht allein nach Hause tragen? So schwer war sie doch gar nicht. Er schielte zu ihr hinüber. „Schade, nun ist aus meiner Weltreise doch nichts geworden.“ „Ach du warst zu einer Weltreise aufgebrochen? Und ich dachte, dass deine Mutti dich zum Einkaufen in den Supermarkt geschickt hat. Dann erzähl doch mal was du alles erlebt hast!“ Erst zögernd, dann immer lebhafter werdend berichtete Lukas der alten Frau neben ihm, was an diesem Nachmittag passiert war.
„Also, du hast von einem guten Bekannten ein Geschenk bekommen, bist Straßenräubern in die Hände gefallen und in letzter Sekunde gerettet worden, hast deine zukünftige Lehrerin kennen gelernt und neue Freunde gefunden.“ fasste Frau Markgraf schmunzelnd seinen Bericht zusammen.“ Lukas schien ihr jedoch gar nicht zuzuhören. „Lukas“ mahnte Frau Markgraf, „Deine Mutti macht sich bestimmt schon Sorgen, wenn sie nicht weiß wo du steckst.“ Nun lief Lukas ein wenig schneller. Ihm wurde auf einmal ganz flau im Mangen, denn daran hatte er ja überhaupt nicht gedacht. Was würde seine Mutti sagen, wenn er jetzt nach Hause kam? Die Zeit hatte er ja völlig vergessen! Was, wenn die Polizei ihn bereits suchte? Er hatte einmal in einer Sendung im Fernsehen gesehen, wie die Polizei mit Hunden und Hubschraubern tagelang nach einem vermissten Kind gesucht hatte. Am liebsten hätte er jetzt Frau Markgrafs Einkaufstasche fallen lassen, um so schnell wie möglich nach Hause zu kommen.

Als Lukas um die Ecke seines Wohnblockes bog, brauste vor der Haustüre gerade ein Krankenwaren los und als er mit Frau Markgraf die Treppe hoch gelaufen kam, sah er erleichtert, wie seine Mutti die Wohnungstür aufschloss. Sie hatte ihn also noch nicht vermisst. Als diese die Schritte auf den Steinstufen hörte, sah sie sich um und als sie Lukas entdeckte, der immer noch die Einkaufstasche der alten Frau trug fragte sie verwundert „Na du Rumtreiber, wo kommst du denn her, solltest du nicht in deinem Zimmer sein?“ Verschnaufend blieb Frau Markgraf einen Moment stehen und nahm Lukas ihre Einkaufstasche aus der Hand. Beide Frauen blickten nun den Jungen an, der verlegen von einem Bein auf das andere tretend vor ihnen stand. Lukas hatte an diesem Nachmittag so viel erlebt, dass er nicht wusste, wo er beginnen sollte und blieb erst einmal stumm. „Na ja, du weißt doch, dass Franz in letzter Zeit immer von der Insel mit dem schwarzen Strand erzählt.“ begann er dann etwas zögernd. Mutti lachte, sie tat immer etwas Unerwartetes. „Ach, und da musstest du losziehen, um sie zu finden? Und mich hast du einfach so allein gelassen ohne mir Bescheid zu sagen, wo du bist?“ Das klang vorwurfsvoll und Lukas senkte den Blick, lief dann aber zu ihr und sie umarmte ihn. „Ich bin doch zurück gekommen und aus meiner Entdeckungsreise ist nun leider nichts geworden.“ „Wirklich nicht?“ hörte er da Frau Markgraf sagen und als er sich zu ihr wandte, zwinkerte sie ihm zu „Wirklich nicht?“ fragte sie Lukas noch einmal, grüßte zu Mutti und ihm hinüber, nahm ihre Tasche auf und lief die Treppen hinunter, um nach Hause zu gehen. „Lass dich mal wieder bei Herrn Fröhlich sehen, damit wir Mensch-ärgere-dich-nicht zusammen spielen können!" rief die alte Dame noch nach oben, dann fiel unten die Tür ins Schloss und es war still im Treppenhaus.

„Das war ja heute ein abenteuerlicher Tag für dich“ sagte seine Mutti am Abend liebevoll, als sie Lukas ins Bett gebracht hatte. Statt ihm, wie sonst eine Geschichte vorzulesen, hatte sie dieses Mal Lukas reden lassen. „Meinst du?“ zweifelnd sah er seine Mutti aus müden Augen an. „Aber Franz werde ich davon lieber nichts erzählen, die Geschichte wird mein Geheimnis bleiben.“ flüsterte Lukas, als er sich unter die Decke kuschelte. „Ach, denkst du, dass dein Freund nicht verstehen wird, dass man auch vor der Haustür Abenteuer erleben kann?“ lachend strich Mutti ihm durch die Haare. „Gute Nacht, Hänschen klein. Das nächste Mal möchte ich aber wissen, wohin mein Sohn unterwegs ist.“ sagte sie leise. „Versprichst du mir, dass ich in Zukunft immer Bescheid weiß, wo Du steckst?“ fragte sie eindringlich und Lukas nickte, froh darüber, dass sie auch jetzt nicht mit ihm geschimpft hatte. Dann knipste Mutti das Licht aus und schloss leise die Tür hinter sich. Komisch, dachte Lukas kurz bevor er in den Schlaf hinüber glitt „Franz und seine Insel sind mir plötzlich so was von egal ….“
 


nPage.de-Seiten: www.manfredausstuttgart.npage.de | www.faninfo.npage.de